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Wir sind hier nicht bei Star WarsThis ain’t Star Wars

this star wars

Ich erinnere mich genau an mein erstes großes Design-Projekt als Praktikant in einem Produktdesign Agentur. Vor allem erinnere ich mich daran wie es schief ging. Aufgabe war es, ein Lenkrad zu gestalten, das für viele verschiedene Fahrzeuge eines bekannten Gabelstaplerherstellers zu nutzen ist. Voller Euphorie machte ich mich mit Stift und Papier bewaffnet ans Werk und entwarf drauf los. Das Lenkrad sollte mehrere Jahre genutzt werden und daher auch in Zukunft noch ansprechend und zeitgemäß aussehen. Ich entwarf für mein Verständnis unheimlich zukunftsorientierte, attraktive Designlösungen. Dann kam die Präsentation vor meinem Chef…und mit der Euphorie war es ganz schnell vorbei.

„Wir sind hier nicht bei Star Wars!“

Diese Worte prägten meinen Gestaltungsansatz maßgebend…“

Stefan Hermann

Gerade junge Designer und Design-Studenten haben oft das Bedürfnis über alle Maßen innovativ und einfallsreich sein zu wollen. Und das ist eine bewundernswerte Eigenschaft, die vielen langjährigen Designern leider oft verloren geht.

Aber gerade junge Designer sollten sich vor zu viel gestalterischer Innovation etwas in Acht nehmen, denn diese wird fälschlicherweise oft, von besagten langjährigen Designern, als unangemessen oder gar inkompetent angesehen. Denn für die Industrie ist in jedem Fall gute Gestaltung mehr als nur gutes Aussehen.

Folgend der gängige Entscheidungsprozess bei der Designauswahl:

Jeder Stuhl, jedes Mobiltelefon und jedes Gabelstaplerlenkrad ist nur dann gut gestaltet, wenn es a) seinen Zweck uneingeschränkt erfüllt, b) die Gestaltungsentscheidung die Kostenrahmen nicht sprengt und c) sich die Mehrheit der Nutzer für dieses Produkt entscheiden würden, wenn andere Produkte a) und b) gleichermaßen erfüllen. Leichter gesagt als getan.

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Dieser Artikel soll keinerlei Leitlinie darstellen. Denn man kann und sollte sich als junger Designer nicht davor schützen etwas „falsch“ zu machen. Zumal das die beste Art und Weise ist überhaupt etwas lernen. Wenn es aber so etwas wie einen Tipp zu diesem Thema gibt, ist es vielleicht folgendes: Bleibe, zum Wohle der Design-Weiterentwicklung, mutig und „besonders einfallsreich, aber übe dich darin den Unterschied zwischen nötiger Innovation und übertriebener/ unnötiger Wunschvorstellung zu erkennen.

Also, bleibt unermüdlich, hinterlasst einen Kommentar und startet eine Diskusion.this star wars

„I perfectly remember my first big design project as an intern in a product design agency. Above all, I remember how it went wrong. My task was to design a steering wheel, which has to be used for many different vehicles of a well known forklift manufacturer. Full of enthusiasm and armed with pen and paper I started to design. The steering wheel should be used for several years. Therefore more attractive, contemporary look in the future. For my understanding back then, I designed incredibly forward-looking and attractive design solutions. But then the presentation in front of my boss came… and my enthusiasm stopped quite fast. 

„This ain’t Star Wars!“ he said.

Those words definitely left a mark on my design approach…“

Stefan Hermann

Young designers and design students often want to be extra ordinary innovative and inventive. And that’s an admirable quality, which unfortunately often gets lost after some time in the industry. But especially young designers should be careful when it comes to „creative innovation“, because this is often considered as inappropriate or even incompetent by longtime designers, colleagues or bosses. Because for the industry, design is always more than just good looks.

The following breaks down the usual decision-making process in the design:

Every chair, every cell phone and every forklift steering wheel is only well designed, if it a) fully serves its purpose, b) doesn’t burst the production budget and c) will still be preferred by the majority of the customers even if competitive products also fulfill point a) and b) alike. Easier said than done.

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This is no article about guidance for this situation. Because, you can’t and should not prevent yourself from making some „mistakes“ as a design youngster, since this the best way you ever learn something . But, if there is a slight tip for that at all, it might be something like: For the sake of design progression, be brave and stay extraordinary, but train yourself how to distinguish necessary innovations from excessive/ useless ideals.

So, stay tireless and leave a comment.

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