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Interview mit Mark Rolston

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Mark Rolston war bis vor Kurzem noch Chief Creative Officer von Frog Design und steht den größten Firmen der Welt wie Siemens, Apple oder Lufthansa beratend zur Seite. Heute arbeitet er daran seine eigene Design-Schmiede in San Francisco aufzubauen. Wir freuen uns sehr, das er sich bereit erklärt hat, dass erste von vielen unserer Interviews zu geben. Habt Spaß daran und lasst euch inspirieren.

1. Mark, was mochtest du an deinem Job als Chief Creative Officer bei Frog am meisten?

Zu aller erst. Ich habe frog ende 2013 verlassen und starte gerade meine eigene Designfirma „argodesign“.

Es waren so viele Dinge die den Job so fantastisch machten: das öffentliche Gesicht einer so respektierten Kreativfirma zu sein, der direkte Zugang zu Kunden und natürlich der Mix an großartiger Arbeit. Aber das lohnenswerteste daran war es, mit so vielen wirklich begabten Leuten auf der ganzen Welt zusammen zu arbeiten. Ich bekam dadurch Freunde und Kollegen in China, Europa und hier in den USA. Dies sind alles Leute um die ich mich bemühe und vor denen ich großen Respekt habe. Es war wie eine Art erweiterte Familie. Dies werde ich wohl am meisten vermissen.

 2. Erinnerst du dich an ein Projekt (ob frog oder wo anders), das dir wirklich gar nicht gefiel oder dich so richtig nervte? Was war es und was war so frustrierend daran?

Um genau zu sein habe ich an einigen individualisierbaren Android-Phones gearbeitet, die wirklich wundervoll und innovativ waren, aber der Kunde hatte das Potential unterschätzt und änderte dann seine Meinung – und brachte sie erst gar nicht auf den Markt.

Als Berater tätig sein, heißt viele kleine Herzensbrüche in Kauf zu nehmen. Aber man muss lernen darüber hinweg zu kommen, denn viel zu oft scheitern Kunden daran die Produkte so auf den Markt zu bringen wie es von den Designer und Beratern geplant war. Oder schlimmer noch, sie nehmen Änderungen vor, die auf unsinnigen politischen Entscheidungen oder dem nicht relevanten eigenen Geschmack basieren. Aber ich trauere dieses Fehlschlägen nicht nach. Statt dessen versuche ich Kunden direkt vor Solchen zu bewahren.

3. Was hast du vor deiner Zeit bei frog gemacht?

Vor frog war ich Partner einer kleinen Designfirma hier in Ausitn namens Virtual Studio. frog holte mich dann 1994 an Bord und wir arbeiteten dann als Software-Design-Team für frog. 1996 sind wir dann komplett von frog als UX Abteilung aufgenommen worden.

 4. Was liegt neben deinem Laptop das dich motiviert oder besser gesagt, den Stress fern hält. Was hilft dir bei der Stressbewältigung?

Es ist nicht neben meinem Laptop (noch) sondern in meiner Garage. Ich fahre Rennen und arbeite gerne an Autos in meiner Freizeit. Besonders weil die Arbeit im Design manchmal sehr abstrakt werden kann mit all den Ideen und Computerarbeiten. Ich mag es sehr Pausen zu machen, in denen ich mich einfachen und mechanischen Dingen hingeben kann. Und es gibt nicht viele mechanischere Dinge als einen Rennwagen – laut, heiß und voller schöner Beispiele an moderner Ingenieurskunst. Plan für das neue Studio wird es sein, eine neues Rennauto im Büro zu bauen, damit es neben unseren Schreibtischen steht. Des weiteren stehen 3D-Drucker, Pressen, Sägen und weiteres im Studio, damit die Kollegen in Verbindung mit dem Handwerklichen bleiben.

 5. Ist es deiner Meinung nach für einen Industrie Designer wichtig in allen Disziplinen wie Konzeption, Sketching, CAD oder Modellbau performen zu können? Oder glaubst du, dass es klüger ist sich zu spezialisieren, da die meisten Designbüros nach Leuten suchen, die ein gewissen Loch im Workflow stopfen sollen?

Ich glaube das man im frühen Stadium einer Karriere viel herausfinden und probieren sollte, um in so vielen Disziplinen wie möglich ein Experte zu werden. Es wird dir helfen eine stärkere Übersicht und einen Sinn dafür zu entwickeln, was alles möglich ist. Aber nach einiger Zeit wird es notwendig sich mehr darauf zu spezialisieren ein strategischer Leiter für andere zu werden. Als ein solcher Leiter verbringt man viel weniger Zeit mit den üblichen Tools und mehr Zeit an Ideenentwicklung, Personal und politischen Entscheidungen. Aber deine Arbeitserfahrung wird dir stets helfen in Verbindung mit der Materie zu bleiben.

 6. Wie wichtig ist es, deiner Meinung nach, heutzutage noch gut Freihand zeichnen zu können?

Für einen Produkt Designer ist es der Schlüssel zur Kommunikation der eigenen Ideen und Formvisionen mit anderen. Aber es ist durchaus wichtig zu erkennen, das der Trend von Produkten gibt, deren Wertigkeit weit über ihre visuellen und physischen Eigenschaften hinaus gehen. Und diese Werte müssen anhand von Diagrammen, Schemata und Prototypen dargestellt werden. Verstehen wie man etwas kommuniziert ist sehr wichtig geworden.  Was auch immer du tust, halte nich nur an sichtbaren Gegebenheiten fest.

7. Welche Software nutzt du am liebsten und wieso?

Ich glaube nicht das meine Auwahlt das wirklich beschreibt, aber sofern möglich – ich liebe Photoshop, aftereffects und omnigraffle.

8. Wer inspirierte dich in deiner Studienzeit – und wer tut es heute?

Als Student war ich total darauf fixiert herauszufinden was es alles an Software gibt. Ende der 80er und Anfang der 90er war der Computer nämlich erst am Anfang seines Siegeszuges im Arbeitsalltag. Es hieß also Computer müssen nützlicher und nutzerfreundlicher werden.  Ich glaube das wir immernoch am Anfang des selben Phenomens sind. Ein computer ist für mich nicht nur ein weiteres Gerät wie z.B. ein Toaster, muss aber auch gestaltet werden. Es ist eine Art Erweiterung dessen, was es heißt Mensch zu sein.

9. MAC oder Windows?

Puh. Mac! Aber im ernst, wen interessiert das noch? Es ist viel wichtiger alle Plattformen nutzen zu können – von Tag zu Tag.

10. Hast du einen Tipp oder Rat für Jung-Designer und Design Studenten?

Ich selbst bekam damals nicht viel Rat. Ich habe die meiste Zeit damals mit „Nicht-Designern“ verbracht. Und diesen Rat würde ich auch weitergeben. Ich schenke der Designwelt an sich und was sie von sich hält nicht viel Interesse und ich empfehle, das solltest du auch nicht. Design ist eine Insel und viel zu politisch. Stecke statt dessen deine Energie in Leute, die Welt und Geschäfte. Und finde die Leute die das brauchen was du anbietest. Informiere sie über deren Probleme und nutze deine einzigartige Rolle zu helfen.

Vielen Dank Mark. Wir wünschen dir alles gute weiterhin und sind sehr gespannt mehr von dir und argodesign zu hören.

Checkt argodesign hier

One Comment

  • Patrick Leyendecker on Mrz 06, 2014 Reply

    Very inspiring interview, I can understand that „heartbreak“ part, but well, I guess thats part of our job. I am looking forward for the next interview. Keep up the good work.

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