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Interview mit Mark Weedon

„Dieses Interview ist in der Tat etwas wirklich Besonderes für mich. I hatte das große Vergnügen, Seite an Seite mit diesem herausragenden Designer und Strategen zu arbeiten. Sein Enthusiasmus und seine Kompetenz waren wirklich inspirierend für mich.“

Stefan Hermann

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Mark Weedon, Associate Creative Director von Frog Design München, verkörpert den Ausruf

„nicht reden, sondern handeln!“

Seine Leidenschaft Leute, Kulturen und Prozesse verstehen zu wollen, führte dazu, dass der erst 31-jährige für einige der größten Marken der Welt rund um den Globus arbeitete. Es ist eine große Freude das er seine Gedanken in diesem Interview teil. Wir hoffen es inspiriert euch.

1. Hey Mark, nachdem du bereits in so vielen Ländern, wie zum Beispiel England, China, Amerika, Indien und Deutschland gearbeitet hast, würdest du sagen das es zwischen diesen Orten große Unterschiede in Sachen Design und Designern gibt?

Meine Karriere entwickelte sich von einem hungrigen Junior Designer in Asien zu einer mehr und mehr fortgeschrittene Position in den USA & Europa…so hinkt der direkte Vergleich zwar etwas, aber für mich gibt es da Zwei massive Unterschiede zwischen Design im Osten und Westen. Asien ist eine lebendige, energetische Spielwiese für Designer. So nah an der Herstellung zu sein, bedeutet Dinge werden erledigt und Produkte werden produziert. Für den Designer selbst ist es dort sehr konkurrenzgetrieben und schnelllebig. Und obwohl „Design“ dort schon bewertet wird, ist der Designer selbst oft entbehrlich, vor allem wenn jemand billiger ist. Kosten sind dort sehr wichtig. Im Vergleich dazu achten Europa und die USA, meiner Erfahrung nach, mehr auf den „Wert“ des Designs und Produkts und haben ein weit aus weniger stressiges Arbeitstempo. Zudem denken sie viel strategischer.

2. Wie kam es überhaupt dazu das du in die USA und nach China gegangen bist und wie hat es dich beeinflusst?

Nach meinem Studium in England startete ich meine Karriere in China, weil es mein Ziel war Dinge zu kreieren und Produkte auf den Markt zu bringen. Doch je mehr Erfahrung ich sammelte, desto mehr hinterfragte ich warum diese Produkte benötigt werden & dann hatte ich eine lebensverändernde Erfahrung innerhalb eines Bewerbungsgesprächs, in dem es um eines meiner Produkte ging. Der Interviewer sagte mir “also…im Grunde gestalten sie für die Mülldeponie?” Dies brachte mich dann dazu einen strategischeren Ansatz in meinem Design zu verfolgen, der mehr war als nur hübsch gestylte Objekte ohne Substanz zu entwerfen. Dies führte mich dann in die USA und zurück nach Europa, in die Design-Berater-Welt.

3. Welche Projekte magst du am liebsten? In welchem Bereich fühlst du dich am wohlsten und warum?

Für den Designer in mir sind schöne Objekte die ein Problem für andere lösen stets das Ziel. Diese gewinnen aber meist nur durch einen interdisziplinären Ansatz an wahrer Stärke & und die meisten Leute die ich als “Ideenführer” betrachte, haben diesen Gestaltungsansatz . An sich bin ich ein eher physicher Designer, aber ich suche Projekte die eine Balance zwischen physisch und digital halten.

4. Als du noch Designstudent warst, hingst du sicher auch die meiste Zeit über mit anderen Designern und Kreativen herum und sprachst über kreatives Zeug…Aber besteht heute, nach mehr als 12 Jahren im Design-Business, dein Freundeskreis immer noch überwiegend aus Designern oder vermeidest du Designer in deinem Privatleben, um den Kopf überhaupt frei von der Arbeit zu bekommen?

Ich wünschte das wäre eine Option für mich!! Meine Frau äussert sich oft über die Tatsache, dass ich viel zu oft mit Designern rumhänge und unsere normalen Gespräche in einer Bar sich ständig um Design drehen. Fairer weiße muss ich aber sagen, das es mich zu Leuten mit einer starken Meinung & und einer kreativen Ader regelrecht hinzieht, ob sie nun Designer sind oder nicht. Es ist immer interessant, Zeit mit leidenschaftlichen Leuten zu verbringen.

5. Warum hast du dich bereit erklärt dieses Interview zu geben und deine Gedanken zu teilen, ehrlich?

Mein Neujahres-Vorsatz war es Pro-Aktiver (hilfsbereiter) zu sein. Plus, ich hatte im Laufe der Jahre die Chance von vielen großartigen Leuten zu lernen… daher möchte ich nun auch teilen.

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6. Wie wichtig ist es, deiner Meinung nach, heutzutage gut Freihand zeichnen zu können, ohne Photoshop und Co.?

Zeichnen ist für mich immer noch die schnellste Art eine Idee zu kommunizieren. Im Laufe meiner Karriere habe ich beides gesehen – wundervolle Künstler & und Leute die kein Strichmännchen aufs Blatt bekommen haben! Tatsache ist, das Kommunizieren durch Zeichnungen und physische Objekte, gerade in einer Welt in der man furchtbares Design durch fotorealistische Renderings gut aussehen lassen kann, besonders wichtig. Ich gehe nur ganz selten an den Computer, bevor ich eine Idee nicht mit Stift und Papier erarbeitet habe.

7. Welche Software nutzt du am liebsten und warum?

Ich bin eine “Flächen Typ”. Daher lernte ich Alias, fand aber sehr früh heraus, das Rhino der Standard für die Industrie ist und wanderte über. Innerhalb meines derzeitigen Teams arbeiten wir mit verschiedenster Software. Ich sage meinem Team immer, dass es keine Rolle spielt welche Software du nutzt, solang du es meistern kannst und nicht dessen Grenzen unterliegst.

8. Wer inspirierte dich in deiner Studienzeit – hattest du ein Vorbild?

Mein Weg zum Design begann an einem viel künstlerischen Standpunkt – Kunst & Keramik – daher waren meine Einflüsse nicht sehr typisch. Ich finde auch heute noch sehr viel mehr Inspiration in Grafik/ Illustration, Musik/ Film und im handwerklichem Design von zum Beispiel Hella Jongerius, als bei anderen Produkt Designern, denn diese verwischen die Grenzen ihres Gebietes oft zu sehr. Außerdem finde ich Paul Arden in Hinblick auf Werbung sehr interessant. Besonders wichtig dabei ist, das sie super leidenschaftlich arbeiten. Es ist egal was du tust…solang du es mit Leidenschaft tust, wird das Ergebnis stets besser.

9. MAC oder Windows?

Mac für mich, Windows für die Arbeit.

10. Hast du einen Tipp oder Rat für angehende Jung-Designer und Design Studenten?

Bleib hungrig & halte durch! Du musst es mehr wollen als alle anderen…anstatt in den Semesterferien zu chillen, habe ich meine Zeit genutzt um meine Projekte für Wettbewerbe und Bewerbungen neue aufzuarbeiten und habe mit Leuten über Jobs gesprochen. Man lernt ziemlich schnell, dass es weniger darauf ankommt wie laut du bist, als darauf ob du etwas Interessantes zu sagen hast!

Mark, vielen Dank für deine Meinung und Ratschläge. Du bist ein brilliantes Beispiel dafür, das man seine Ziele durch harte Arbeit erreichen kann. Wir wünschen dir und deinem Team alles Gute für die Zukunft und hoffen, dass wir dich bald wieder auf tireless designer sehen. Checkt aus frog design/ und etwas von Marks Arbeit auf coroflot

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Verlosung!

Wir verlosen ein seltenes Design Buch“Keep It Simple“ von Hartmut Esslinger, gesponsored von Mark Weedon und Frog Design. Es ist ein sehr inspirierendes Buch über frogs Einfluss in die Designsprache von apple Wenn du also kluge Ideen oder apple magst, schreibe unten einen Kommentar oder like unseren Post über dieses Interview auf unserer Facebook-Seite hier, um an der Verlsoung Teil zu nehmen. Wir melden uns bei dir, solltest du gewonnen haben. /Teilnahmeschluss ist der 17.Mai.2014)

 

Gewinner: HAZEL Yildiz

keep it simple

4 Comments

  • Ben on Jun 01, 2014 Reply

    Want the book!!! 🙂

  • Hazel on Mai 06, 2014 Reply

    As a design student, I would love to have that book after having read such an activating interview.

  • Reuven G. Yativ on Mai 04, 2014 Reply

    A mechatronics desig engineer by the head, but an industrial designer by the heart, I would love to have this interesting book!

  • eleonora on Mai 01, 2014 Reply

    Yay!

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